Wofür psychische Diagnosen da sind und wofür nicht
Psychische Diagnosen spielen in der sozialen Arbeit eine immer größere Rolle. In Hilfeplänen, Berichten, Fallbesprechungen und Teamgesprächen tauchen sie zunehmend selbstverständlich auf. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit im Umgang mit ihnen. Was bedeutet diese Diagnose eigentlich? Was folgt daraus für die Arbeit? Und was nicht? Als klinische Psychologin erlebe ich in der Supervision immer wieder, dass Diagnosen weniger Klarheit schaffen, als sie versprechen. Nicht, weil sie grundsätzlich falsch wären, sondern weil ihre Funktion unklar bleibt. Genau hier beginnt Überforderung. Psychische Diagnosen sind zunächst ein Ordnungssystem. Sie helfen, Symptome zu bündeln, Phänomene zu benennen und fachliche Kommunikation zu ermöglichen. Sie schaffen eine gemeinsame Sprache zwischen Professionen und sind Voraussetzung für bestimmte Leistungen, Zuständigkeiten und Finanzierungen. In diesem Sinn sind Diagnosen ein Werkzeug. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wofür Diagnosen da sind, ist also